Utting am Ammersee ist die fünftgrößte Gemeinde im Landkreis Landsberg. Sie liegt an beiden Seiten des Mühlbachs, der im Mittelalter als Weschach oder Weschbach bekannt war, und mündet in die Uferebene des Ammersees. Nördlich davon verläuft der Fahrmannsbach, der im Jahr 1602 als Grenze zwischen den Hofmarken Utting und Greifenberg diente.
Frühgeschichte und Gründung
Die Geschichte der menschlichen Besiedlung in Utting reicht bis ins letzte Jahrhundert v. Chr. zurück. Etwa 1,5 km westlich des heutigen Dorfes befindet sich eine spätkeltische Viereckschanze, eine Anlage mit kultischem Zweck, die die durchschnittliche Größe ähnlicher Anlagen in Bayern übertrifft. Die römische Geschichte ist durch die Römerstraße Augsburg-Brenner präsent, die in der Region gut nachzuverfolgen ist.
Mittelalterliche und frühe Neuzeit
Utting gehört zu den wenigen „ing“-Orten am Ammersee, was auf eine germanische Wiederbesiedlung in der Landnahmezeit hinweist. Der Name stammt wahrscheinlich von „Uto“. Funde von Reihengräbern aus dem 6. und 7. Jahrhundert n. Chr. belegen die lange Besiedlungsgeschichte. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, als Meingoz von Utting im Traditionskodex von Dießen erwähnt wurde. Im 13. Jahrhundert wurde Utting als Pfarrort bekannt und durchlief im 14. und 15. Jahrhundert zahlreiche Herrschaftswechsel, bis es schließlich dem Kloster Andechs übergeben wurde.
Architektonisches Erbe
Die Pfarrkirche Mariae Heimsuchung wurde 1819 von Joseph Köpfle neu errichtet, während die St. Leonhardskirche als bedeutendes barockes Bauwerk von 1707 bis 1712 entstand, möglicherweise entworfen von Michael Natter aus der Vorarlberger Bauschule. Die Übernahme von Holzhausen 1972 brachte zusätzliche historische Tiefe in die Gemeinde.
Gemeindeentwicklung in der Neuzeit
Seit 1949 beherbergt Holzhausen am Ammersee die Bayerische Verwaltungsschule, ein bekannter Standort für die Aus- und Weiterbildung in der inneren Staats- und Kommunalverwaltung in Bayern. Diese Institution zieht jährlich etwa 3000 Teilnehmer an.
Die dunkle Geschichte des Zweiten Weltkriegs
Ein dunkles Kapitel in der Geschichte von Utting stellt das dort im Juni 1944 errichtete Arbeitslager dar, das Teil des KZ-Komplexes Kaufering war. Dieses Lager, geplant von der Organisation Todt, diente der Ausbeutung von hauptsächlich jüdischen KZ-Häftlingen für militärische Bauvorhaben wie den Bau von Flugzeugfabriken, die jedoch nie realisiert wurden. Die Häftlinge mussten unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten, und viele verloren dabei ihr Leben.
Mahnungen und Gedenken
Heute erinnern mehrere Mahnmäler in Utting an die Opfer des KZ-Lagers. Diese umfassen den Jüdischen Friedhof und ein Mahnmal am Holzbach/Josef-Clemens-Straße. Das ehemalige Gelände der Betonfabrik wurde zu einem Wohngebiet umgewandelt, das auch den Einheimischen zugutekommt.

Lage
