Ob es wirklich so war oder nicht, ist nicht mehr nachvollziehbar. Aber wenn es sich wirklich so zugetragen haben sollte, dann wäre es ein enorm großer Zufall. So wurde die Geschichte nun halt über die Jahre hin in der Familie erzählt.

Als das Söhnchen Georg von Schwester Anna (das sie unterm Herzen trug, als der Vater gefallen ist), nach Anna, Ludwina und Maria, das 4. Kind, zur Welt kam, mußte Luis um die Hebamme laufen. Auch dieser Georg Henauer mußte in den Krieg, diesmal im 2. Weltkrieg nach Frankreich. Als er mit seinen Kameraden an einen alten Stadel kam, in dem Wehrmachtbestände v. 1. Weltkrieg waren, stöberten sie darin. Schorsch (Anm.: Georg) fand eine Patronentasche, die noch pasabel war und nahm sie mit. Unterwegs schaute er hinein und da stand seines Vaters Name, der im 1. Krieg in Frankreich gefallen ist. Schorsch kam dann noch nach Rußland, er wurde vermißt gemeldet. Mutter wollte nicht sterben bevor sie Gewissheit hatte. Erst 1960 bekam sie übers „Rote Kreuz“ Nachricht, daß Schorsch 1945 in einem russischen Lazaret den Heldentod gestorben ist, und es konnte für Schorsch ein Kriegergottesdienst gehalten werden. Im selben Jahr, am 31.12.1960 starb Mutter, nach mehrjähriger Bettlägerigkeit im 79. Lebensjahr.