Die Ölbilder meines Vaters nehmen unter seinen Werken eine besondere Stellung ein. Während er sich beim Aquarell und beim Bleistift eher zurückhielt und die Zurückhaltung des Materials zu seinem Vorteil nutzte, konnte er sich beim Öl austoben. Die Farbe ließ sich schichten, verschieben, mit dem Pinsel oder Spachtel regelrecht auf die Leinwand werfen – und genau das hat er auch getan.
Reinhold Schulze
Reinhold Schulze – Bleistiftzeichnungen
Neben seinen Aquarellen zählt dieser Stil zu meinen Favoriten. Es ist beeindruckend, wie mein Vater es verstand, lediglich mit einem Bleistift ausdrucksstarke Stimmungen zu erzeugen und gleichzeitig die einzigartigen Charakteristiken von Pflanzen, Gebäuden und ganzen Landschaften zu erfassen. Diese Fähigkeit, mit der er sowohl die Präzision der Detaildarstellung als auch die Kunst des lockeren, variierenden Strichs meisterte, erfüllte mich schon immer mit Bewunderung. Sein Strich konnte von zarten, filigranen Linien bis hin zu kräftigen, markanten Markierungen reichen. In dieser Kunstfertigkeit liegt etwas, um das ich ihn stets beneidet habe.
Reinhold Schulze – Aquarelle
Die Aquarelle unseres Vaters sind grundsätzlich sehr realistisch (bis auf wenige Skizzen oder Spaß-Bilder). Allerdings hat er die Möglichkeiten der Technik in unterschiedlichsten Ausdrucksweisen umgesetzt. So wechseln die Bilder zwischen locker und luftig-leichter Anmutung und schwerer, düsterer Wirkung. Mitunter kann man erst auf den zweiten Blick erkennen, dass das Bild ein Aquarell ist.
Reinhold Schulze – Skizzen
Unser Vater, Reinhold Schulze, war ein Künstler von bemerkenswerter Produktivität und Begabung. In den verschiedensten Situationen schaffte er es, mit nur wenigen Linien das Wesentliche zu erfassen. Seine Skizzen sind Zeugnisse seiner Fähigkeit, Personen und Momente mit einer einzigartigen Prägnanz darzustellen.
Für ihn war es eine Leidenschaft, mit sparsamen Strichen die Essenz eines Motivs einzufangen, wodurch er oft auf das Wesentliche reduzierte und doch das Ganze zum Leben erweckte.